BPLS

benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

oder

gutartiger Lagerungs-Drehschwindel

Wikipedia-Artikel BPLS

 

Diese Seite ist chronologisch aufgebaut und
beschreibt meine Erfahrungen mit dem Lagerungsschwindel,
sowie die Ergebnisse meiner diesbezüglichen Recherchen.

 

Mein erstes Erleben des BPLS

Als ich den Lagerungsschwindel das erste Mal erlebte (ich kann das Jahr nur noch schätzen; es muss etwa 2008 gewesen sein), war dies mit Angst, Unsicherheit und sofortiger Übelkeit verbunden. Ich war mitten in der Nacht daran aufgewacht, dass es mir extrem schwindelig war. Allerdings konnte ich das gar nicht auf Anhieb erkennen, da es im Zimmer stockdunkel war. Trotzdem spürte ich den Schwindel und die dadurch ausgelöste Übelkeit sehr stark.

Irgendwie gelang es mir dann das Licht zu erreichen und es anzumachen. Da sah ich dann den Schwindel plötzlich in seiner ganzen Intensität: Das Zimmer drehte sich vor meinen Augen wie wild im Kreis. Da ich keinerlei Ahnung hatte, was da los war, und wie das weiter gehen würde, erlebte ich sofort eine regelrechte Panikattacke, denn in diesem Zustand des extremen Schwindels ist man sozusagen lebensunfähig! Ich wusste ja auch nicht, ob dies nur der Anfang von etwas noch Schlimmerem war.

Glücklicherweise erkannte ich dann nach etwa ein bis zwei Minuten, dass der Schwindel nachzulassen schien. Tatsächlich verschwand er allmählich mehr und mehr, bis er aufhörte. So konnte ich wenigstens endlich auf die Toilette gehen, denn durch die Übelkeit hatte ich die ganze Zeit das Gefühl mich demnächst erbrechen zu müssen. Beim Gehen Richtung Toilette torkelte ich ziemlich, obwohl die eigentliche Schwindelattacke vorbei war.

Über die Toilette gebeugt kam der Schwindel erneut, nur nicht mehr ganz so heftig.

Der Rest der Nacht war furchtbar, aber ich fand schließlich heraus, dass der Schwindel aufhörte und auch erst mal weg blieb, wenn ich im Bett ganz ruhig liegen blieb, ohne mich umzudrehen oder meine Lage sonst irgendwie zu verändern, beziehungsweise, dass der Schwindel durch Lageveränderungen meines Körpers ausgelöst wurde.

Am nächsten Tag ging ich zum Arzt und erhielt die Diagnose "BPLS" und die beruhigende Information, dass es sich um etwas ungefährliches handelt, das sich mit bestimmten Übungen oft sehr schnell beheben lässt. Und selbst ohne diese Übungen würde es auch von selbst wieder verschwinden.

 

Übung zur Behebung von BPLS

Danach machte ich mich dann im Internet so gut wie möglich über BPLS kundig. Dort fand ich dann auch verschiedene Lagerungs-Übungen, die man zuhause selbst durchführen kann, um den BPLS schneller los zu werden. Die einfachste und bei mir inzwischen schon mehrfach wirkungsvollste dieser Übungen ist folgende (Manöver nach Epley):

Übung zur Behebung voni BPLS (rechtsseitig) (klicken Sie auf diese oder alle nachfolgenden Grafiken um eine vergrößerte Ansicht davon zu öffnen)

 

Das Problem, die betroffene Seite herauszufinden

Oben gezeigte Lagerungsübungen beziehen sich auf den Fall, dass die rechte Seite, also das Gleichgewichtsorgan im rechten Ohr betroffen ist. Wäre die linke Seite betroffen, müsste die Lagerungsübung spiegelverkehrt durchgeführt werden.

Aber wie kann man herausfinden, welche Seite betroffen ist? Meine Nachfrage bei verschiedenen Ärzten und per Email ans Schwindelzentrum der Berliner Charité blieben leider unbeantwortet. Einer der Ärzte sagte, dass der Patient das gar nicht selbst herausfinden soll, sondern er soll zum Facharzt gehen, der dann schon weiß, wie er die betroffene Seite herausfindet. Ziemlich dreist eigentlich, wie ich finde...! Von der Berliner Charite — von der schließlich auch die oben gezeigte Lagerungsübung zur Selbstbehandlung des Lagerungsschwindels stammt — kam leider gar keine Antwort...

Den einzigen Hinweis, den ich fand, um die betroffene Seite selbst erkennen zu können, war in der Beschreibung auf einer der vielen Seiten zu den verschiedenen Lagerungsübungen, und zwar einer anderen, als der oben gezeigten. Anders als der oben abgebildeten Übung muss man sich für diese Übung erst aufrecht auf die Bettkante setzen, den Kopf um 45° auf die nicht betroffene Seite drehen und den Oberkörper dann seitlich zur betroffenen Seite fallen lassen, so dass man mit dem Oberkörper dann seitlich am Rand des Bettes liegt, die Beine noch über die Bettkante nach unten hängend, und den Kopf um 45° zur Zimmerdecke gedreht. Wenn diese erste Position den Drehschwindel auslöst, wäre das der Hinweis, dass man die richtige, also die betroffene Seite erwischt hätte.

Die betreffende Übung ist das sogenannte Sémont-Manöver:

Lagerungsschwindel    Lagerungsschwindel

 

Was BPLS genau ist und mögliche Ursachen für BPLS (was man vermeiden sollte)

So wie ich es nach allen von mir gesammelten Informationen aus dem Internet und Gesprächen mit Fachärzten verstehe, liegt dem gutartigen Lagerungs-Drehschwindel folgende direkte Ursache zu Grunde:

Im Gleichgewichtsorgan im Innenohr gibt es drei Bogengänge, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, und miteinander verbunden sind. An einem Ende sind sie jeweils für die Flüssigkeit mit einem geleeartigen Organ namens Cupula verschlossen, und auf der anderen Seite vereinigt sich die Flüssigkeit der drei Bogengänge in einem gemeinsamen Hohlraum. Ebenfalls in diesem gemeinsamen Hohlraum befindet sich eine weitere Cupula, auf welcher sich zusätzlich noch dort verklebte kleine Kristalle (Otholiten) befinden.

Wird der Kopf bewegt, bewegt sich  die Flüssigkeit im entsprechenden Bogengang wegen der Trägheit etwas verzögert, wodurch sich die Härchen der Cupula in diesem Bogengang leicht verbiegen. Dies gibt dem Gehirn dann die Information, in welche Richtung sich die Kopf gerade bewegt, bzw. bewegt hat.

Das Gelee-Kissen mit den darauf klebenden kleinen Kristallen hat eine andere Funktion: Damit werden Beschleunigungen (negative [Abbremsen] sowie positive [schneller werden]) wahrgenommen. Die Kristalle wollen bei Abbremsen oder Beschleunigen des Körpers in ihrer früheren Geschwindigkeit verharren (auch wegen dem Trägheitsgesetz), wodurch sie an dem Geleekissen in die eine oder andere Richtung zerren, solange der Körper seine Geschwindigkeit ändert.

Die kleinen Kristalle, die auf dem Geleekissen kleben, sind das Problem beim BPLS. Vor allem mit zunehmendem Alter, oder auch durch Erschütterungen des Kopfes können sich nämlich einzelne dieser Kristalle aus dem Geleekissen lösen, und schwimmen dann in der Lymphflüssigkeit herum, welche eben auch die drei Bogengänge befüllt. Mit etwas Glück setzen sich die losgerissenen Kristalle wieder auf dem Geleekissen ab, und man merkt gar nichts von dem ganzen Vorgang.

Mit etwas Pech jedoch, gelangen einige dieser losgerissenen Kristalle in einen der drei Bogengänge. Dort finden sie wegen der Form des Bogengangs erst mal nicht mehr so leicht von selbst hinaus, sondern liegen immer an der gerade untersten Stelle des Bogengangs. Wird der Kopf nun verlagert (z.B. beim Umdrehen im Bett), beginnen diese Kristalle im Bogengang zu wandern. Durch die Flüssigkeit gehemmt, fangen sie mit diesem Wandern erst etwas zeitversetzt an (ein bis drei Sekunden), und bewegen sich dann auch wenn der Kopf sich schon längst nicht mehr bewegt, nach und nach wieder an die jetzt neue unterste Stelle in dem betroffenen Bogengang.

Solange die Kristalle sich im Bogengang bewegen, üben sie einen leichten Druck auf die Flüssigkeit aus, und diese verbiegt natürlich auch die Härchen der betreffenden Cupula am Ende des Bogengangs, so dass die Nerven dem Gehirn melden, dass der Kopf sich aktuell gerade in eine bestimmte Richtung zu drehen beginnt, was aber eine Fehlinformation für das Gehirn ist. Das Gehirn reagiert wie üblich darauf, in dem es die Augen die vermeintliche Bewegung des Kopfes erst einmal ausgleichen lässt. Und dies wird dann als Drehschwindel empfunden, weil der Kopf sich ja gar nicht mehr bewegt.

Hier eine gute Übersicht über das Gleichgewichtsorgan als PDF Datei:

Gleichgewichtsorgen

 

Die oben gezeigten Lagerungsübungen zum Beheben des Lagerungsdrehschwindels sollen dafür sorgen, dass die in einen der Bogengänge verirrten Kristalle durch gezielte Bewegungen des Kopfes Stück für Stück im Bogengang Richtung Ausgang wandern, und schließlich ganz hinaus geschleudert werden, wo sie sich im Idealfall wieder sanft auf das Geleekissen absetzen, von dem sie ursprünglich losgerissen worden waren. Da sie dort dann aber nie mehr so fest wie ursprünglich festkleben, können sie künftig durch schon geringe Erschütterungen erneut vom Geleekissen los gerissen werden, und mit etwas Pech eben auch erneut in einen der Bogengänge gelangen. Darum tritt der Lagerungsschwindel häufig irgendwann erneut auf, wenn man ihn schon einmal hatte.

Als ich den BPLS in immer kürzeren Zeitabständen bekam, fragte ich meine Ohrenärztin, ob es sein könnte, dass er durch die elektrische Zahnbürste ausgelöst werden könnte, denn ich hatte seit einiger Zeit eine neue modernere elektrische Zahnbürste, welche beim Zähneputzen deutlich mehr Vibrationen auf den Kopf übertrug, als die bisherige. Die Ohrenärztin antwortet lediglich, dass es hierzu keine Studien gäbe, weshalb sie die Frage nicht bejahen könne. Ich persönlich bin aber der Ansicht, dass die Idee recht plausibel ist (ob mit oder ohne wissenschaftliche Studien...), und stieg erst mal wieder auf eine herkömmliche manuelle Zahnbürste um. Danach blieb der Lagerungsschwindel fast ein ganzes Jahr weg. Zuvor waren es teilweise Abstände von nur wenigen Monaten oder gar Wochen gewesen!

Leider trat der Lagerunsschwindel jetzt aktuell, also kurz bevor ich begann diese Beschreibung zu verfassen erneut auf (ca. 4 Jahre nach dem ersten Mal). Aber diesmal bin ich mir sehr sicher, wodurch das Losreißen der Kristalle in meinem Ohr verursacht wurde. Ich hatte wenige Stunden, bevor ich den Schwindel im Bett beim Umdrehen bemerkte, alte ausgetrocknete Lebkuchen gegessen. Speziell beim Abbeißen dieser Basler Leckerli gab es immer einen heftigen Ruck im ganzen Kopf, weil die Lebkuchen so hart und ausgetrocknet waren. Und genau diese ca. 20 schlagartige Erschütterungen durch das Abbeißen an den vertrockneten Lebkuchen halte ich für die Ursache meines aktuellen Lagerungsschwindels.

 

Zusammenfassend kann ich also empfehlen, wenn man BPLS schon mal hatte, auf alles zu verzichten, was entweder feine Vibrationen auf den Kopf überträgt, wie etwa moderne elektrische Zahnbürsten, oder was kurze harte Erschütterungen des Kopfes erzeugt, wie etwa das Abbeißen an steinhart ausgetrocknetem Brot oder Lebkuchen.

Interessant ist vielleicht auch noch zu wissen, dass der Erfolg der oben genannten Lagerungsübungen meiner Erfahrung nach auch etwas Glücksache ist. Mal halfen mir die Übungen nach einem Tag schon, mal erst nach drei Tagen, und beim vorigen Mal machte ich sie sogar über zwei Wochen, ohne dass die Symptome verschwanden.

Lagerungsschwindel beim Heben und Senken des Kopfes, statt beim Umdrehen im Bett

Was damals aber passierte, war, dass der Schwindel plötzlich nicht mehr beim Umdrehen im Bett auftrat, sondern beim nach oben oder unten Schauen, also beim Heben oder Senken des Kopfes! Diese Variante ist laut meinen Recherchen die deutlich Seltenere. Hier ist dann wohl ein anderer Bogengang betroffen, der für die Kristalle normalerweise etwas schwerer zu erreichen ist, nach dem sie von ihrem angestammten Platz los gerissen wurden. Und diese seltenere Variante des Lagerungsschwindels ist natürlich auch viel unangenehmer, als die 'Übliche', weil der Schwindel dabei auch bei aufrechtem Körper immer wieder ausgelöst wird, wenn man beispielsweise den Kopf hebt, um steil noch oben zu sehen, oder ihn senkt, um steil nach unten zu sehen!

Damals hörte ich dann nach den zwei Wochen Lagerungsübungen auch resigniert damit auf, als ich feststellte, dass die Kristalle nun wohl in diesen seltener betroffenen Bogengang gelangt waren, denn die oben gezeigten Lagerungsübungen sind auf die normalerweise betroffenen zwei Bogengänge ausgerichtet. Ich wollte einfach warten, bis die Symptome von selbst weg gehen, denn dies soll angeblich auch irgendwann der Fall sein (ich bin nicht sicher, ob es dadurch von selbst verschwindet, dass die Kristalle zufällig den Weg aus dem Bogengang finden, oder dadurch, dass sie sich vielleicht auch in der Flüssigkeit irgendwann auflösen; ich bekam zu diesem Punkt von verschiedenen Fachärzten unterschiedliche Informationen).

Damals verschwanden meine Symptome interessanterweise plötzlich schlagartig, als ich trotz der Symptome -- quasi aus Trotz -- mit der Achterbahn "Silver-Star" im Europapark in Rust mit fuhr. Im Nachhinein verstehe ich es allerdings. Die Silver-Star ist nämlich so gebaut, dass alle vertikalen Bögen Parabeln beschreiben, so dass der Körper jedes Mal einige Sekunden lang weder positiven noch negativen G-Kräften ausgesetzt ist, was bedeutet, dass man wie in der Raumstation ISS bei jedem vertikalen Bogen der Silver-Star für einige Sekunden schwerelos ist!

Hierbei müssen die Kristalle in dem eher selten betroffenen Bogengang meines Ohrs in einen Schwebezustand gelangt sein, und so durch Glück und den ständigen Wiederholungen bei jedem Bogen der Achterbahn ihren Ausweg aus dem Bogengang gefunden haben. Aktuell hat der Europapark aber leider noch Winterpause, so dass ich diese 'Therapieform' derzeit nicht probieren kann. Aktuell ist bei mir aber auch der häufig betroffene Bogengang der Problematische, und nicht dieser andere, bei dem die Achterbahn damals geholfen hatte...  

22. Januar 2014

 

Nachtrag am 23. Januar 2014:

Ich habe es tatsächlich geschafft, dass mein aktueller Lagerungsschwindel, den ich seit dem Abbeißen an den harten Lebkuchen wie oben erwähnt leider wieder bekommen hatte, völlig verschwunden ist! Wie auch in der Fachliteratur zu lesen ist, empfinde ich das wie schon viele andere Betroffene vor mir als regelrechtes Wunder.

Ich hatte nicht mal sehr viele Lagerungsübungen gemacht, habe aber eine neue Idee ausprobiert:

Zum Schlafen legte ich mich auf die betroffene Seite, wartete, bis der Schwindel nach ca. 30 Sekunden nachließ und verschwand und drehte mich danach  natürlich auch nicht mehr um, weil der Lagerungsschwindel sonst ja wieder ausgelöst worden wäre. Als ich dann aufwachte, weil ich auf Toilette musste, überlegte ich mir, dass diese Seitenlage auf der betroffenen Seite genau genommen schon annähernd die erste Position der oben gezeigten Lagerungsübung darstellt, und ich zum Aufstehen am besten nacheinander noch die restlichen Positionen der Übung einnehmen sollte (inklusive der jeweiligen 30 Sekunden Wartezeit). Dies machte ich dann jedes Mal, wenn ich auf Toilette musste, was weitere zwei Mal der Fall war. Und tags darauf waren die Symptome dann ohne weitere Lagerungsübungen komplett verschwunden!  :)  (siehe unten die Punkt für Punkt Beschreibung dieser persönlichen Variante)

 

Nachtrag am 07. November 2014:

Erneut trat vor wenigen Tagen der Lagerungsschwindel bei mir auf, diesmal ohne dass ich mich an eine klar Ursache erinnern konnte, die ihn vielleicht ausgelöst haben könnte.

Also wendete ich wieder meine eigene Therapie in Anlehnung der modifizierten Lagerungsübungen nach Epley (siehe Grafik) an. Ich habe dabei den Vorteil, dass ich etwa alle zwei Stunden aufwache und pinkeln muss, weshalb es einigermaßen sicher gewährleistet ist, dass ich bis zum Aufwachen auf der Seite liegen bleibe, auf der ich beim Einschlafen liege.

Auch dieses Mal funktionierte die Methode perfekt, so dass ich vom nächsten Morgen an bis heute keinerlei diesbezügliche Beschwerden habe!   :)

Modifiziertes Manöver nach Epley:

Lagerungsschwindel

Meine persönliche Variante der Übung geht so:

  1. Ich lege mich beim Schlafengehen im Bett bewusst auf die Seite, auf der der Schwindel deutlich auftritt, warte die wenigen Minuten ab, die es braucht, bis der Schwindel abgeklungen ist und schlafe dann in dieser Position ein.

  2. Beim nächsten Aufwachen (bei mir ist das meist schon nach ca. 2 Stunden) sollte ich noch auf der gleichen Seite liegen. Dann drehe ich mich so zügig es geht (in einem möglichst schnellen kontrollierten Schwung) soweit auf die andere Seite, dass mein Gesicht noch ca. 45° nach oben gerichtet ist (also keine 180° Drehung, sondern nur eine etwa 135° Drehung).

  3. Dort verweile ich mindestens eine Minute (obwohl der durch die Drehung ausgelöste leichte Schwindel in der Regel schon vorher abklingt).

  4. Dann drehe ich mich weitere 90° nach der selben Seite, so dass mein Gesicht nun also fast ganz in die Matraze gedrückt ist (so weit, dass man gerade noch atmen kann), und verweile ebenfalls mindestens eine Minute in dieser neuen Stellung.

  5. Dann richte ich mich seitlich auf, ohne die Kopfdrehung zu verändern, so dass ich dann aufrecht an der Bettkante sitze, den Kopf noch ca. 45° nach links gedreht. Auch in dieser Stellung verweile ich noch etwa 20 Sekunden.

  6. Dann stehe ich sehr langsam auf, drehe den Kopf ebenfalls langsam in Normalstellung und gehe langsam und behutsam vom Bett weg, wobei es normal ist, dass ich auch ohne akuten Schwindel einen leicht torkelnden Gang habe.

  7. Das Ganze wiederhole ich die ganze Nacht (wohl noch weitere zwei oder drei Mal), bis zum endgültigen Aufstehen, bei welchem ich es das letzte Mal wiederhole.

Tagsüber (und die folgenden Nächte) hatte ich nach dieser Prozedur schon zwei Mal 100% keine Beschwerden mehr, was aber beim BPLS nicht unbedingt heißen muss, dass er endgültig erfolgreich therapiert ist.

Die kleinen Calciumcarbonatkristalle , "Otolithen" oder auch "Satolithen" genannt, die sich einmal von dem Gelkissen gelöst haben, auf dem sie beim gesunden Menschen normalerweise fest sitzen, setzen sich leider nie mehr so fest, wie sie vor dem Lösen waren, so dass sie sich auch bei kleineren mechanischen Ursachen (Erschütterungen, Vibrationen) erneut lösen können. Darum spricht man davon, dass der BPLS rezidiv, also sich wiederholend oder wiederkehrend ist.

Hier nun noch ein Link zu einer sehr informativen Internetseite zum BPLS (klick...)

 

Update: 20.11.2014

Gestern traten die Beschwerden leider erneut auf. Und zwar spürte ich tagsüber ein spontanes kurzes Schwindelgefühl, als ich mich bückte und den Kopf dabei schräg hielt, um unter einen Tisch zu schauen. Hierbei sind wahrscheinlich einige der vom letzten Mal (vor zwei Wochen) wohl noch frei schwimmenden Otolithen erneut in einen posterioren Bogengang gelangt.

Über den restlichen Tag fühlte ich mich taumelig, hatte aber keinen Drehschwindel. Ich war mir aber ziemlich sicher, dass ich den Drehschwindel spätestens Abends beim ins Bett gehen bekommen würde, was dann auch der Fall war.

Natürlich wendete ich über die folgende Nacht meine oben beschriebene Technik an, womit ich die Symptome auch dieses Mal fast ganz zum Verschwinden brachte. Dass es trotz meiner Technik nicht so gut klappte, wie bei den vorigen zwei Malen, kann daran liegen, dass ich in der letzten Postition (siehe Punkt 4 der o.g. Technik) leider jedes Mal nicht so lange verharren konnte, wie eigentlich nötig, weil ich zu dringend Wasser lassen musste.

Dennoch war meine Technik auch dieses Mal sehr erfolgreich, denn seit dem Aufstehen spüre ich keine Symptome mehr, hütete mich aber davor, mich zu bücken und den Kopf dabei seitlich zu halten. Es scheint mir so, als bräuchten die gelösten Otolithen nach jedem Vorfall eine gewisse Zeit, um sich wieder einigermaßen zwischen den noch festen Otolithen abzusetzen, und dass man in dieser Zeit auch ohne Vibrationen oder Erschütterungen am Kopf, also alleine schon durch bestimmte Kopfneigungen einen neuen Vorfall auslösen kann.

 

Update: 14.12.2016

Seit meinem letzten Eintrag vom November 2014 hatte ich tatsächlich keine BPLS Beschwerden mehr!   :)

Meine These, dass die gelösten Otolithen, die den Lagerungsschwindel ja verursachen, nach einem 'Anfall' erst mal noch recht locker sind, auch wenn sie durch die Lagerungsübungen aus dem Bogengang des Gleichgewichtsorgans wieder herausgeschleudert wurden, dass in dieser ersten Zeit schon eine falsche Kopfneigung ausreicht, um einen neuen Anfall zu verursachen, dass die Otholithen sich aber nach einer gewissen Zeit ohne Anfall wieder fester und fester in den Verband der noch festen Otolithen einfügen, und dann nur noch stärkere Erschütterungen oder anhaltende Vibrationen (E-Zahnbürste!) einen neuen Anfall auslösen.

Psychisch hatte ich vor dem letzten Anfall 2014 begonnen, den Anfällen mehr und mehr mit trotziger Gleichgültigkeit zu begegnen, da man sich ja immer vor Augen führen kann, dass diese Anfälle einfach nur lästig, nicht aber ernsthaft gefährlich sind (wenn man nicht gerade hinterm Steuer ist). Das scheint die Symptome auf ein mögliches Mindestmaß reduziert zu haben. Auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass die Symptome umso schlimmer erlebt werden, je mehr man seinen Ängsten und der Abneigung gegen diese Krankheit Raum in seinen Gedanken gibt!

Ich sagte mir immer zwei Dinge:

  1. Es ist nicht wirklich gefährlich, sondern einfach nur extrem lästig!

  2. Ich kenne die Übungen, wie ich den Schwindel besiegen kann, und auch schon mehrfach erfolgreich besiegte!

 

Update: 08.02.2017

Auch bis heute, also noch mal fast zwei Monate nach dem letzten Update, hatte ich keine erneuten BPLS-Anfälle mehr!  :)

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die zahlreichen Gästebucheinträge von Menschen, denen speziell meine hier präsentierten Informationen zum Thema BPLS in verschiedener Weise geholfen haben! Durch das zahlreiche positive Feedback motiviert, habe ich nun einen direkten Link zum Thema auf die Startseite meiner Homepage gesetzt.

 

Update 23.02.2017

Auch weiterhin keine PBLS Symptome! Habe diese komplette Seite zum Thema PBLS neu überarbeitet und leichte Verbesserungen vorgenommen.

 

Update 20.03.2017
Keine PBLS Symptome! Der neueste Gästebucheintrag von Susanne mit Feedback zu diesem PBLS-Blog enthält eine interessante und wichtige Information, die sie von ihrem Physiotherapeuten bekam, und die ich hier noch nicht genannt habe (ich zitiere aus dem Gästebucheintrag):

Das Geelkissen (Cupula) in dem die winzigen Kristalle lagern zieht sich quasi zusammen, wenn unser Körper nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist - in der Folge können sich Kristallteilchen (und nochmal mehr solche, die ohnehin nicht mehr so fest sitzen) lösen.
Deshalb ist ausreichendes Trinken zur Prophylaxe wichtig. Außerdem sind nach seiner Auffassung die Übungen nur dann wirklich sinnvoll, wenn man im Anschluss mind. einen halben Liter trinkt. Dadurch werden die im guten Falle zurückgespülten Teilchen quasi am Geelkissen besser "verankert".

Zum Gästebuch einfach hier klicken (der besagte Eintrag von Susanne wurde eingetragen am Montag, 20.03.2017 um 11:13 Uhr).

 

Update 22.04.2017 (die "Notbremse" für den Drehschwindel)

Grund meines heutigen Updates ist glücklicherweise nicht eine neue BPLS-Attacke, sondern ein allgemeiner Hinweis zu dem Symptomen, den ich hier noch nicht genannt hatte:

Während der vielen Lagerungsübungen bei meinen diversen BPLS-Anfällen stellte ich immer wieder folgendes faszinierende Phänomen fest: Wenn ich den Kopf auf die Seite drehte, wo der Schwindel ausgelöst wurde, konnte ich mit dem Schwindel sozusagen 'spielen', in dem ich den Kopf mit einem Ruck auf die andere Seite oder auch nur in gerade Position (Gesicht nach oben) drehte, was den Schwindel -- so sehr sich das Bild vor Augen währenddessen auch drehen mochte -- schlagartig STOPPTE!

Natürlich waren die Symptome damit nicht behoben, sondern stellten sich sofort wieder ein, wenn ich den Kopf wieder auf die Seite legte, auf der der Schwindel zuvor stattfand.

Ich 'spielte' wie gesagt öfter damit rum und probierte es immer wieder aus, und es 'funktionierte' so gut wie jedes Mal. Für mich war das eine wichtige Erfahrung, denn ich stellte mich damit psychisch über das Gefühl des Ausgeliefertseins, konnte mich mit diesem Spiel mit dem Schwindel sozusagen von der Opferrolle entfernen und mich als Herr der Lage fühlen (zumindest teilweise).

Es zeigte mir, dass die Diagnose BPLS bei mir wohl zutrifft, weil die Lageveränderungen so eindeutig mal auslösende und mal stoppende Wirkung hatten, und es war mir auch immer eine psychische Erleichterung zu wissen, dass ich den Schwindel damit auf irgendeine Weise tatsächlich beherrschen kann, bzw. zumindest eine Pause des Dreh-Symptoms erzwingen kann, und zwar auch noch bevor (!) die Übungen zum jeweils langfristigen Erfolg geführt haben.

Probieren Sie es einfach mal aus. Wenn bei mir so eindeutig und mehrfach funktionierte, sollte das eigentlich bei Ihnen auch der Fall sein, sofern Sie tatsächlich von BPLS betroffen sind, und nicht eine andere, unbekannte Ursache für Ihren Schwindel vorliegt (ich gehe hier einfach mal davon aus, dass die meisten Leser dieser Zeilen von einem Schwindelproblem betroffen sind oder waren).

Speziell zu diesem Test wären Rückmeldungen über das Gästebuch sehr nützlich, denn die werde ich dann hier mit einfügen, damit künftige Leser dieses Blogs bestärkt werden, ebenfalls mit dieser "Notbremse" zu experimentieren.




Homepage                                                                                        

Gästebuch

erstellt von Martin Kiechle
auf Basis eines Templates von