Einige Tips zur

Hundeerziehung




Es gibt viele kleine Tricks und Tipps für die Hundeerziehung.

Es gibt aber auch einige wenige, übergeordnete und umfassende Sachverhalte, durch deren Kenntnis und Beachtung schon ein mal die wichtigsten 'Eckpfeiler' für eine erfolgreiche Hundeerziehung gesetzt werden.


Der allerwichtigste 'Eckpfeiler' sollte natürlich in jedem Fall das Bewusstsein sein, dass der Hund ein Lebewesen ist, das wie alle Lebewesen Liebe braucht und auf Liebe positiv reagiert,

-- also mit anderen Worten, dass wir unseren Hund vor allem anderen immer lieben sollten!!



Setzen wir einmal die Liebe als selbstverständlich voraus, so gibt es drei allerwichtigste Eckpfeiler für jede Hundeerziehung:





  1. Wir sind der 'Rudelführer', und der Rudelführer isst im ganzen Tierreich immer zuerst! Unser Hund erhält sein Fressen also nie, bevor wir selbst essen!

  2. Als Rudelführer sind wir immer konsequent! Wir geben einen Befehl lieber gar nicht, als dass wir nicht auf dessen Befolgung bestehen.

  3. Lob hat für unseren Hund einen Lerneffekt von 90%, --    Tadel hat hingegen einen Lerneffekt von nur 10% für unseren Hund!




Wenn wir diese drei grundsätzlichen Eckpfeiler gemeinsam mit der 'Selbstverständlichkeit' der Liebe zu 'unserem' Hund (er gehört uns ja nicht, sondern wohnt nur bei uns...) beachten, und wenn wir uns dementsprechend verhalten, dann haben wir schon weit mehr als drei viertel unserer erfolgreichen Hundeerziehung gemeistert. Man könnte sogar sagen, dass dann tatsächlich schon 100% einer erfolgreichen Hundeerziehung gemeistert sind.


An dieser Stelle muss natürlich noch darauf hingewiesen werden, dass es im Wolfsrudel immer nur ein Alpha- Tier (Rudelführer) zur selben Zeit gibt, und dass dies in jedem Hund als festes instinktives Wissen verankert ist. Dies bedeutet, dass jeder Hund immer nur eine einzige ganz spezielle Bezugsperson (gleichzeitig) als Rudelführer ('Frauchen' / 'Herrchen') akzeptieren kann und akzeptieren wird!

Selbstverständlich können hierbei auch einzelne Ausnahmen gemacht werden, wenn es die Situation erfordert, aber diese Ausnahmen sollten wirklich Ausnahmen bleiben und dem Hund von seinem 'Frauchen' / 'Herrchen' (Rudelführer) jedes Mal ganz speziell vorher erklärt werden, so dass der Rudelführer seine Vorrangstellung also ganz bewusst und für den Hund deutlich erkennbar auf eine 'Ersatzperson' überträgt.

Soll aber der Hund hingegen ohne weitere Erklärung - und vor allem aber auch sehr häufig - wechselnde Personen als Rudelführer akzeptieren, so wird ihn dies zuerst einmal verwirren (genauso wie es ihn verwirrt, wenn er sein Fressen bekommt, bevor der Rudelführer isst!), und mit der Zeit wird der Hund dann selbst sein eigenes Alpha- Tier, das heißt, er ist quasi ein 'Einzelgänger', der selbst entscheidet, was er tut und lässt. So ein Einzelgänger- Hund kann durchaus auch folgsam erscheinen, aber er folgt nur dann, wenn er will, also nicht in jeder Situation... .


Unser neuer Lebensgefährte sollte in unserer Wohnung auf jeden Fall (am besten...) schon am ersten Tag einen eigen Platz gezeigt und eingerichtet bekommen.

Dort hin können wir ihn jederzeit schicken, wenn wir ihn mal gerade nicht zwischen unseren Beinen gebrauchen können, oder wenn es die Situation aus irgendwelchen Gründen erfordert.

Dieser Platz ist seine Rückzugsmöglichkeit, dort ist er sicher, dort wird ihm nie etwas unangenehmes (wie etwa doch einmal ein Tadel...) passieren!

Diesen Platz muß er aber auch unbedingt einnehmen, wenn es der Rudelführer von ihm fordert, und wir müssen dies konsequent durchsetzen!


Alles weitere sind dann nur noch kleine Tricks und Ideen, welche auf den drei oben genannten Eckpfeilern (Liebe, Lob und immer zuerst selbst essen) aufbauen.

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So können wir beispielsweise die Tatsache der enormen Wirksamkeit von Lob mit folgendem kleinen Trick 'benützen':

Wir beobachten unseren jungen Hund sehr aufmerksam und erkennen so früh wie möglich verschiedene Aktionen, welche der Hund gerade im Begriff ist zu tun. Wir bemerken z.B. schon im Ansatz, wenn unser Hund (von sich aus!) zu uns kommt, oder wenn er sich gerade hinlegen will. Dann rufen wir so früh wir können den entsprechenden Befehl 'in' die sowieso schon erfolgende Aktion unseres Hundes.

Also wenn er sich gerade anschickt zu uns zu kommen rufen wir ganz schnell (noch): "Komm her!" oder "Hier!"

Und wenn er sich gerade anschickt sich hinzulegen, dann rufen wir ganz schnell (noch): "Platz!" oder "Leg dich hin!"

Nachdem unser Hund dann die Aktion vollendet hat (also in den zwei Beispielen entweder bei uns angekommen ist, oder sich hingelegt hat), wird er von uns 'mit allen Mitteln der Kunst' gelobt!

Auf diese Weise verbindet der Hund die Aktion mit dem Befehl und diese Verbindung wiederum mit dem sehr angenehmen Gefühl des Gelobt-Werdens!


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Wir können auch die enorme Bedeutung der Freß- Reihenfolge, die im Hundeinstinkt verankert ist, ganz bewusst zur Festigung unserer Stellung als Rudelführer benützen:

Es mag vorkommen, dass wir unseren Hund füttern müssen, selbst aber gerade keinerlei Hunger haben. In diesem Fall empfiehlt es sich, dass wir uns die Zeit für eine 'Ess- Simulation' nehmen, und wenn es auch nur ein kleines Stück Brot ist, an dem wir scheinbar herumknabbern. Der Hund wird es bemerken (wir sorgen natürlich dafür, dass er es bemerken kann), und er wird die Situation testen, in dem er schnuppernd zu uns kommt, oder auch nur indem er uns direkt anschaut. Dies ist der Moment (auch wenn es sich um unser 'richtiges' Essen und nicht nur um eine 'Ess- Simulation' handelt!) wo es gilt eine gewisse Härte zu zeigen:

Wir müssen in diesen Momenten die Stärke haben, unseren Liebling in einem sehr scharfen Ton weg zu schicken, bzw. auf seinen Platz zu schicken. Wir schauen ihm dabei direkt in die Augen und sagen mit leicht erhobener und bestimmter Stimme etwas ähnliches wie "Ab!" oder "Geh auf deinen Platz!"


Noch ein Wort zur

Konsequenz:



Wenn wir gegenüber unserem Hund nicht konsequent sind, so wird ihn dies -- solange er uns noch als Alpha- Tier (Rudelführer) akzeptiert -- erst einmal verwirren.

Wenn wir immer wieder inkonsequent sind, wird uns der Hund irgendwann (nach recht kurzer Zeit...) nicht mehr als Rudelführer akzeptieren!

Wenn wir beispielsweise nach unserem Hund gerufen haben, obwohl es gerade nicht unbedingt notwendig wäre, dass er zu uns kommt, so dürfen wir nicht den Fehler machen, dass wir uns sagen, es sei ja gerade nicht so wichtig, und dass wir es infolge dessen stillschweigend akzeptieren, falls unser Hund den Befehl nicht befolgt!

Wir müssen uns in dem Fall 'an die eigene Nase fassen', müssen daraus lernen, dass wir unsere Befehle besser überdenken, bevor wir sie aussprechen, und wir müssen dann, trotz dem es keinen weiteren äußeren Grund dafür geben mag, darauf bestehen, dass unser Liebling tatsächlich (kurz...) herkommt.

Wenn wir ihn dann mit Worten, Taten und eventuell einem kleinen Hunde- Snack für die Befolgung unseres Befehls loben, dann haben wir Konsequenz bewiesen und unsere Stellung als Rudelführer einmal mehr gefestigt!

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